Serie 120 Jahre Feuerwehr Weißwasser in der Lausitzer Rundschau, von Lutz Stucka:
Teil 1: Erster Brandeinsatz im Wohnhaus von Familie Bresagk
Teil 2: Der Grat zwischen Wettbewerb und Rivalität
Teil 3: Von den Furunternehmen Pferde geliehen
Teil 4: Wenn's brennt, die Post anrufen
Teil 5: Die Flugzeugnotlandung 1914 in Weißwasser
Teil 6: Brauner Geist hielt Einzug ins Feuerlöschwesen
Teil 7: Industriestadt mit vielen Brandgefahren
Teil 8: Mit der Einwohnerzahl wuchsen auch die Probleme
Teil 9: Ein neues Depot für die Süd-Stadt
Teil 10: Waldbrandgefahren zwingen zur Vorsicht
1957 war das Jahr der meisten Waldbrände
Bei Gefahr ertönten Hupsignale
Rechtzeitig zum gemeinsamen Stadt- und Feuerwehrfest ist die Chronik der Weißwasseraner Feuerwehr von Lutz Stucka, im Regia-Verlag Cottbus erschienen. Sie kann für 10 Euro in der Geschenkboutique von Bettina Stucka, Bodelschwinghstraße 5, in Weißwasser erworben werden, oder direkt bei Herr Stucka: 03576/205387 bzw. Lutz.stucka@online.de

Robert Adolph war seit 1888 bei der Feuerwehr seines Geburtsortes und übernahm am 1.10.1895 das Amt des Spritzenführers bei der Feuerwehr in Weißwasser. Danke an Tim Wortha.
In den Jahren 1890 bis 1900 entwickelte Oberförster Seits ein Feuerwarnsystem, dass bis dahin einmalig in Deutschland war. Er ließ drei bis fünf Meter breite Schneisen in den Wald schlagen, die in Karreeform angelegt waren. Sie bildeten quadratische Waldstücke mit den Ausmaßen 250 mal 250 Meter. Brach in einem dieser Waldstücke ( Jagen) ein Brand aus, konnte seine Ausdehnung über die Waldschneisen hinaus teilweise verhindert werden. Um auch dies einzuschränken, wurden an verschiedenen Stellen Feuerwachtürme aufgestellt, die im Sommer ständig besetzt waren. Sie boten die Möglichkeit, aufsteigende Rauchsäulen von mindestens zwei Türmen aus mit Hilfe eines Kompasses anzuvisieren und die Marschrichtungszahlen mit Hilfe von Signalen weiterzugeben. Der Schnittpunkt beider Linien bezeichnete den Brandherd. Da die „Jagen“ alle mit Nummern versehen waren, konnte eine Brandbekämpfung an Ort und Stelle vorgenommen werden.
1912: Ein leidiges Problem für die Feuerwehr war die rechtzeitige Bereitstellung von Zugtieren bei Brandeinsätzen. Die Feuerwehr war zur Stelle, nur die Pferde für Spritzen und Gerätewagen fehlten. Ab März 1912 wollte man durch Prämienzahlungen Abhilfe schaffen: „ Eine Prämie von 3 Mark erhält derjenige Gespannführer oder Besitzer, der bei Feueralarm zuerst am Gerätehaus sein Gespann bereithält. Der zweite 2 Mark und der Dritte 1 Mark.“
Quelle alte Feuerwehr Chronik Seite 39/40
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Es begann im Jahr 1889, die Turner von Weißwasser schlossen sich zu einer Feuerwehr zusammen. 1890 Erster Einsatz „Großbrand in der Glashütte“ 1904 Tragisches Brandunglück im Ortsteil Hermannsdorf 1905 Bekämpfung von 7 Bränden darunter 4 Waldbrände 1907 Großbrand im Hotel „Hohenzollernhof“ 1910 Vergrößerung der Feuerwehr durch Zusammenschluss mit der Feuerwehr Gelsdorf 1911 Zusätzliche Anschaffung von Geräte- und Schlauchwagen 1913 12 telefonische Feuermeldestellen werden in Weißwasser eingerichtet 1921 Großbrand im Opaleszenzwerk in Weißwasser 1926 Einweihung des neuen Feuerwehrdepots 1928 starker Sturm wirft Feuerwehrübungsturm am Jahnteich um; Feuerwehrfahrzeuge bekommen Signalhupen; Einweihung des neuen Schlauchtrockenturmes am Gerätehaus |
| Die Zeit von 1933 bis 1945 war auch für unsere Feuerwehr sehr schwierig. Besonders die Kriegsjahre haben große Lücken in die Reihen der Kameraden gerissen. So gestaltete sich der Aufbau nach dem Krieg als sehr schwierig. | |
| ... und immer wieder Waldbrände, Waldbrände, Waldbrände! Über Einsatzmangel konnte sich die Feuerwehr in all den Jahren nach 1945 nicht beklagen.Das liegt in der Natur begründet, denn bekanntlich verfügt der NOL-Kreis über einen hohen Anteil an brandgefährdeten und meist trockenen Kiefernwäldern. Hier ein kleiner Auszug: |
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1945 mußte die Feuerwehr neu formiert werden. 28 Kameraden zählten zu den ersten, welche unter schwierigsten Bedingungen daran gingen, die Feuerwehr wieder einsatzbereit zu machen. Die erste Technik bestand aus einer Feuerwehrspritze, welche im Einsatzfall mit der Hand gezogen werden mußte. 1947 erhielten die Kameraden einen motorisierten Rüstwagen. In den nächsten Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser entsprechend ihrer Bedeutung als Kreisstadtfeuerwehr ausgerüstet. Im Bestand befand sich folgende Technik: |
| 1978 Austausch des TLF 15 G5 gegen ein TLF 24 SIL 1981 Austausch des TLF 24 SIL gegen ein TLF 16 W 50 1982 Anschaffung einer Drehleiter DL 30 W 50 1984 wurde unserer Feuerwehr der Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ verliehen. 1985 wurde der Stützpunkt Süd in der Juri-Gagarin-Straße eröffnet. Anschaffung eines KLF B1000 1989 feierten wir mit vielen Gästen unser einhundertjähriges Bestehen. Die Sollstärke betrug damals 120 Kameraden. |
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| 1990 führte unsere Feuerwehr einen Erfahrungsaustausch mit Kameraden aus Winnenden in Baden-Württemberg durch. Wir erhielten eine Motorkettensäge und ein TLF 8 Unimog als Geschenk. 1991 sank die Mitgliederzahl unserer Feuerwehr auf Grund der eingetretenen politischen Wende auf 46 aktive Mitglieder. Mit der Zuführung eines Hilfsrüstwagens durch das Land Sachsen wurde das Aufgabenfeld für die Feuerwehr erweitert, und die Einsatzzahlen stiegen an. Um der neuen Situation Rechnung zu tragen und die Sicherheit für die Bürger unserer Stadt zu gewährleisten, machte es sich erforderlich, in unserer Feuerwehr hauptamtliche Planstellen zu schaffen. So konnten in diesem Jahr 5 Kameraden eingestellt werden, welche neben dem Wehrleiter und dem Techniker die Brandsicherheit, besonders während der Arbeitszeit erhöhten. Ein bis dahin im Forstwirtschaftsbetrieb genutztes TLF 16 W 50 wird der Feuerwehr übergeben 1992 wurde am 19. September die neue Feuerwache in der heutigen Thomas-Jung-Straße eröffnet. Es wurden beste Bedingungen für die auf 15 Kameraden aufgestockten hauptamtlichen, sowie die weiteren 39 ehrenamtlichen Kräfte geschaffen. Die Arbeit als Feuerwehrtechnisches Zentrum wird aufgenommen. Anschaffung eines ELW Pkw Lada. Austausch der DL 30 W 50 gegen eine DLK 23-12 PLC Metz MAN 1993 Austausch des TLF 16 W 50 gegen ein TLF 24/48 Ziegler MAN. Von unserer Partnerfeuerwehr aus Brühl bei Köln erhielten wir einen ELW 1 Pkw VW Passat. Der Pkw Lada wird für Kontrollen im vorbeugenden Brandschutz eingesetzt. 1994 Austausch des TLF 16 W 50 der Forstwirtschaft gegen ein TLF-Wald Austausch des Pkw Lada gegen einen Pkw Renault 5, welcher von unserer Partnerfeuerwehr Brühl übergeben wurde. 1995 erhielt unsere Feuerwehr den Status einer Brandschutzdienststelle; Austausch des Hilfsrüstwagens HRW Robur gegen einen RW 1 VW MAN 1996 Austausch des ELW 1 VW Passat gegen einen ELW 1 Nissan Terrano 1998 Austausch der LF 16 W 50 gegen eine LF 16/12 Ziegler MAN. Aus Kostengründen wurden die hauptamtlichen Planstellen auf 13 reduziert. 1999 beträgt die aktuelle Zahl der aktiven Mitglieder 65; Feierlichkeiten zum 110 jährigen Bestehen unserer Feuerwehr |
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Weitere Tage und Ereignisse, die unvergessen bleiben: 1958 Hochwasserkatastropheneinsatz an der Neiße 1962 Im Revier Hermannsdorf brennen 2000 Hektar Wald 1981 Hochwassereinsätze in Bad Muskau, Boxberg und Reichwalde 1983 Brand der Schleudergießerei in der Keulahütte in Krauschwitz 1986 Dachstuhlbrand im VEB „OGS“ 14. Januar 1987 Havarie im Kraftwerk Boxberg (Generatorexplosion) 28. April bis 12. Mai 1988 Waldbrände am Braunsteich & Hermannsdorfer Revier und am Tagebau Nochten. 1007 Hektar Wald standen in Flammen. (im Einsatz waren 900 Feuerwehrleute, 1000 zivile Kräfte und 500 Soldaten der damaligen NVA) 23. Dezember 1988 verheerender Wohnungsbrand in der Wilhelm-Pieck-Straße (jetziger Prof. Wagenfeld Ring) 1991 Brand des „Lindenhofes“ in Bad Muskau 1992 Katastrophenwaldbrand in den Revieren Hermannsdorf und Altteich ca. 1200 Hektar 1993 Brand Kartonagenlager Firma „Bauernfeind“ Katastrophenwaldbrand im Revier Hermannsdorf (197 Hektar) 1996 Brand im Kartonagenlager des ehemaligen Werkes „Porzellina“ 1998 Brand des Drahtseilwerkes in Boxberg 1999 Großbrand in einer Lagerhalle des Glaswerkes „Telux“´ 2002 Hochwassereinsatz in Dresden und Pirna |